Ihr Warenkorb:

Keine Artikel im Warenkorb.

Museum Ferragamo Sustainable Thinking Ausstellung

- Product Design

Sustainable Thinking

Die Ausstellung »Sustainable Thinking« im Museo Salvatore Ferragamo in Florenz spannt einen künstlerischen Bogen von den kreativen Schuhikonen des Gründers zu den neuesten Experimenten und Materialien im Bereich des nachhaltigen Designs.

Museum Ferragamo Sustainable Thinking Ausstellung

Hanf, Fischhaut und Meerseide

Er flocht Bonbonpapierchen aus Zellophan und Angelschnur zu feinsten Sandalen, kreierte Schuhe aus Hanf, Fischhaut und den Filzresten der Hutindustrie und er formte aus Kork seinen berühmten Keilabsatz. Wie kein anderer experimentierte der legendäre Schuhmacher Salvatore Ferragamo bereits in den 30er Jahren mit unkonventionellen Materialien und Ressourcen, wobei er oft auch aus der Not eine Tugend machte.

 

Die Nöte der Gegenwart sind spätestens seit Greta Thunberg global im schlechten Gewissen angekommen, der Paradigmenwechsel in der Modeindustrie ist manifest. Und so scheint es kein Zufall, daß die Schau mit der raumgreifenden Installation »Invasion« des Kameruner Künstlers Pascale Marthine Tayou beginnt: tausende ineinander gesteckte Plastiktrinkhalme bilden ein undurchdringliches Geflecht, darunter Glasfiguren auf Holzsockeln mit den Koordinaten der meistverschmutzten Orte der Welt. Den Anspruch, das Thema Nachhaltigkeit aus einer künstlerisch-kulturellen Perspektive zu betrachten, erfüllt »Sustainable Thinking« durch die Präsentation unterschiedlicher Konzepte und Arbeitsprozesse, die von innovativen Recyclingmethoden über die Wiederbelebung antiker Handwerkskunst hin zu ressourcenschonender Arbeit mit Naturmaterialien reichen.

Museum Ferragamo Sustainable Thinking Ausstellung

Der wohl exklusivste Werkstoff ist die sogenannte Meerseide: aus der Steckmuschel gewinnt Chiara Vigo auf Sardinien einen goldenen Faden, mit dem sie ihre Textilarbeiten herstellt.  Welche haptische Eigenschaften hingegen innovative Fasern wie »Newlife« (Gruppocinque) haben, kann der Besucher in Glaskästen fühlen. Sie entstammen – genau wie der Jerseystoff »perPETual« des schwarzen Abendkleides von Paul Andrew für Ferragamo – aus alten Plastikflaschen. Unter den Exponaten befinden sich auch Modelle aus der sozial-ökologischen Kollektion der britischen Designerin Bethany Williams sowie ein Mantel des argentinischen Labels Nous Etudions, dessen ledernes Material auf fermentierten Tee zurückgeht. In die vegane Zukunft weist auch ein geschmeidiges Material namens »Appleskin«, das von Frumat aus Bozen aus Abfällen der lokalen Apfelbauern extrahiert wird.

»Rainbow Future« aus Holz und Bio-Baumwolle lockt bereits in der Vitrine der Maison Ferragamo. Es ist die nachhaltige Neuinterpretation der ikonischen Regenbogensandalen – für anspruchsvolle Damen, die ihren Fußabdruck keineswegs unbemerkt hinterlassen wollen.

 

Text und Bilder: Susanne Schaller

 

»Sustainable Thinking«

Museo Salvatore Ferragamo – Palazzo Spini Feroni, Florenz

www.ferragamo.com/museo

Museum Ferragamo Sustainable Thinking Ausstellung
Museum Ferragamo Sustainable Thinking Ausstellung