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- Print & Production

Trends in der Druckveredelung

Eine unglaublich vielseitige und immer beeindruckende Veredelungsform ist der Einsatz von Heiß- oder Kaltfolie. Welche Innovationen hier zu erwarten sind, welche Neuheiten jetzt schon auf dem Markt sind und was diese Technik in der Kommunikation zu leisten vermag, darüber sprachen wir mit Frank Denninghoff, Mitgeschäftsführer Gräfe Druckveredelung.

Gerade im Folien-Segment gibt es unglaublich reizvolle Neuentwicklungen: Ist das eine Reaktion auf die steigende Nachfrage?


Ja, die Nachfrage nach Veredelung mit Prägefolien bei Printprodukten, Verpackungen und Etiketten ist tatsächlich über die Jahre kontinuierlich gestiegen. Durch bessere und erweiterte technische Möglichkeiten im Prägefoliendruck sowie im Kaltfolientransfer wurden neue Anwendungsbereiche geschaffen, die ihrerseits wiederum neue Anforderungen an Design- und Gestaltungsmöglichkeiten mit den Prägefolien, aber auch an die Dekore der Prägefolien selbst gestellt haben.

 

Inzwischen glänzen Folien ja nicht nur, sondern können viel mehr leisten: Sie simulieren Dreidimensionalität oder dienen als Sicherheitsmerkmal – was wird derzeit am meisten nachgefragt?

Neben metallisierten Folien und Pigmentfolien gibt es die Gruppe der holografischen Folien in Form von Diffraktionsfolien mit Endlosdekoren, aber auch Einzelhologramm-Folien, die mittels Detektionsmarke passgenau appliziert werden. Diese werden als erkennbares Sicherheitsmerkmal im Bereich Markenschutz eingesetzt. Eine Sonderform ist die Spatial-FX-Folie von Kurz, die dadurch beeindruckt, dass optisch eine plastische Dreidimensionalität vorliegt, die haptisch aber nur als flache Prägung fühlbar ist.

 

Werden fälschungssichere Dokumente denn vermehrt nachgefragt?


Markenschutz ist im Zeitalter der digitalen Druckmöglichkeiten durchaus gefragt – bei Tickets, Parkkarten, Urkunden oder auch Verpackungen, um einen einfachen optischen Kopierschutz zu haben. Bei höherwertigen Anforderungen greifen dann Kombinationen mit Software und nicht sichtbaren elektronischen Merkmalen, bei Kurz als Trust Concept bezeichnet. Im Bereich Banknoten, Kreditkarten und Hochsicherheit sind Hologramme zur Fälschungssicherung ein elementarer Bestandteil, die allerdings nur von zertifizierten Banknoten-Spezialbetrieben verarbeitet werden dürfen.

 

Welche Techniken liegen im Veredelungsbereich zudem hoch im Kurs?


Zurzeit kristallisieren sich zum einen der Kaltfolientransfer für Projekte mit starker Integration einer Metallisierung in das Druckmotiv selbst, zum anderen aber auch dekorative Metallisierungen im Prägefoliendruck in Reliefform als optisch-haptische Komponente heraus. Diese werden oftmals mit partiellen UV-Lacken oder hervorgehobenen Details als Blindprägungen oder Strukturen auf dem Druck ergänzt. Haptik sells!
   
Verpackungen kommen auch immer seltener ohne Veredelungen aus …


Die Verpackung ist der erste physische Kontakt zum Produkt! Da muss neben der grundsätzlichen Schutz- und Logistikfunktion heute immer auch die Markenwelt inszeniert werden. Und hierbei kommt der Veredelung eine besonders wirksame Aufgabe zu: Neben der besonderen Ansprache über den optischen Reiz müssen auch die individuellen Kaufmotive des Kunden getroffen werden. Diese Reize können konzeptionell und zielgruppenspezifisch mit multisensorischen Veredelungen gesetzt werden. Markenversprechen, Verpackungsstil, Veredelung und Inhalt müssen dabei stimmig sein und damit glaubwürdig.

 

Und das Innovationsrad steht nie still … Welcher Bereich wird sich Ihrer Meinung nach am gravierendsten verändern?


Derzeit dreht sich vieles um digitale Systeme; da wird es im Verfahrensbereich noch manche technische Innovation und neue Verknüpfungen geben. Darüber hinaus werden aber auch neue Impulse zur weiteren Digitalisierung in den systemischen Abläufen kommen, die nicht zu unterschätzende Prozessänderungen und vielleicht auch Geschäftsmodelle in unserer Branche erforderlich machen. Hier gilt es, konzeptionell und inhaltlich das Richtige zu tun, die Maschinentechnologie kommt dann erst im zweiten Schritt.

Ansonsten wird es eine Wiederbesinnung auf die Stärken von veredeltem Print im Medienmix mit den anderen digitalen Kanälen geben. Die hohe Beteiligung und Resonanzen bei und nach der Creatura-Roadshow unter der Schirmherrschaft des f:mp zeigen uns deutlich, dass multisensorischer Print und Veredelung etwas sehr Wirkungsvolles bieten, was die anderen Kanäle nicht so gut leisten können. Und das ist messbar, wie eine Meta-Studie* zeigt.

Interview: Bettina Schulz
  
*Die Studie kann unter www.creatura.de angesehen oder aber per E-Mail angefordert werden: printwirkt@creatura.de

www.graefe-druckveredelung.de


Das Interview erschien erstmals im novum+ »Creative Paper« der novum-Ausgabe 11.18 – Einzelhefte gibt es hier: https://novum.graphics/magazin/shop-abo/

Mehr Beiträge zu Druck und Produktion unter: https://novum.graphics/news/paper-print/