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Firebelly Design

- Graphic Design

Leihweise strampeln

Längst ist es bei den Verbrauchern angekommen: Man muss nicht alles besitzen, um es zu nutzen, und gerade in Sachen Mobilität stehen Share-?Programme hoch im Kurs. Für dieses novum+ entdeckten wir in Chicago ein Fahrrad-Leihunternehmen, das nicht nur einen Senkrechtstart hinlegte, sondern sich zudem stylisch präsentiert.

Firebelly Design

 

Eine fruchtbare Zusammenarbeit ergab sich dabei zwischen der global agierenden Agentur IDEO mit Dependancen in Nordamerika, Asien und Europa sowie der in Chicago ansässigen Agentur Firebelly. IDEO übernahm für das Divvy-Projekt die Recherchearbeiten sowie die Namensgebung und übergab diese Ergebnisse an Firebelly für die Entwicklung des Designs und der Markengestaltung. »Das Briefing umfasste neben der Namensfindung sowie dem Markenschutz das komplette Erscheinungsbild inklusive Manual – und das alles innerhalb von drei Monaten«, erzählen uns die Kreativen von Firebelly. »Dazu gehörten auch die Produktionsdetails für über vierzig Anwendungen wie die Räder selbst, die Abholstationen, Lieferwagen, Eventlocations, Geschäftsausstattung, Kleidung, Website und vieles mehr.«

 

Ein Mammutprojekt also, das trotz des engen Zeitrahmens sehr sorgfältig und stringent ausgearbeitet wurde. »Als der Designprozess zu Ende war, blieben zwei Monate für die Produktion und Installation, um den fünfmonatigen Zeitrahmen bis zur Inbetriebnahme einzuhalten – mit 750 Fahrrädern auf der Straße!« 

Firebelly Design
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Als Herzstück des Logos fungiert eine V-Ligatur – sie soll einerseits Dynamik ausstrahlen, ist aber andererseits auch ein in vielen Ländern bereits erlerntes Symbol für die Abgrenzung von Fahrradwegen. »Jeder Buchstabe ist gekennzeichnet durch rechte Winkel und geometrische Kurven – angelehnt an das berüchtigte Straßensystem von Chicago, wobei wir die Kanten etwas abgerundet haben.« Für die nötige Signalwirkung wählten die Kreativen Pantone 298C, ein leuchtender Blauton, der auch nachts gut sichtbar ist.  

Firebelly Design
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Und obwohl Leihfahrräder in den USA bislang noch nicht so populär sind wie in Europa, schlug das Konzept von Divvy voll ein: Innerhalb von 18 Monaten stieg die Anzahl der angebotenen Bikes von 750 auf 3000 – aus anfänglich 75 wurden 300 Abholstationen. Zu diesem Erfolg trug sicherlich auch ein Stück weit die clevere Namensgebung bei, zu dem uns die Agentur Details verrät: »Wir sind mit einer Liste von möglichen Namen in U-Bahn-Stationen gegangen und haben uns so ein Meinungsbild von Passanten eingeholt. Das sollte keinesfalls so etwas wie eine ›Crowdsourcing‹-Geschichte werden – wir wollten lediglich ein Interpretationsmuster herausfiltern. Schnell kamen wir auf die Attribute ›sicher‹, ›komfortabel‹, ›spontan‹ und ›Spaß haben‹. Zusammen mit unserer Überlegung, dass der Name prägnant und gut zu merken sein soll sowie umgangssprachlich leicht zu einem neuen Verb geformt werden kann, landeten wir bei Divvy«. Und damit ist »Do you Divvy?« inzwischen wohl eine Frage, die man in Chicago häufiger hört … 

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Dieser Artikel erschien erstmals in unserer novum-Ausgabe 06.17 mit Schwerpunkt »All about bikes«. Ein Einzelheft (auch als PDF) können Sie hier bestellen: http://novum.graphics/en/magazine/shop-subscribe/detail/novum-0617/
   

www.firebellydesign.com