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- Graphic Design

Europas Kreative im Wettbewerb

Die European Design Awards sind in der Wettbewerbslandschaft in der Tat etwas Besonderes: Gerade aufgrund der fairen Einsendegebühren erfreut sich der Award großer Beliebtheit. Wir präsentieren einige mit Gold prämierten Arbeiten des Jahres 2017. 

Kat. Printed Identity Applications. Design: SILO (NLD)

 

Eine weitere Besonderheit des Awards ist sicherlich die Zusammensetzung der Jury: Geladen sind hierzu Redakteure und Herausgeber europäischer Zeitschriften – insgesamt kamen 2017 neun Vertreter (aus Island, Schweden, Norwegen, Großbritannien, den Niederlanden, Italien, Spanien, der Schweiz und Deutschland) zusammen, um die Print-?Kategorien an drei Tagen zu sichten und zu bewerten. In der digitalen Jury urteilten sieben Kollegen aus Frankreich, Deutschland, Schweden, Großbritannien, Russland und Griechenland über die Einreichungen in ihrem Fachgebiet. Insgesamt konnten die Veranstalter über tausend Einsendungen aus 26 Ländern verzeichnen – 32 Arbeiten wurden hiervon mit Gold, 49 mit Silber, 49 mit Bronze ausgezeichnet, 90 weitere erreichten die Finalrunde. An den nackten Zahlen sieht man durchaus, wie hoch der Maßstab an die Qualität gelegt wird, an den prämierten Arbeiten wiederum, dass der Name des Einsenders, also die Größe eines Studios, das Budget oder das Renommee keine Rolle spielen. Zugrunde liegen die Faktoren Innovation, handwerkliche Umsetzung sowie Relevanz – und diese können auch bei kleineren Projekten durchaus bestens bedient werden.

Kat. Packaging Food & Beverages. Design: Bedow (SWE)
Kat. Brand Logo. Design: CLEVER°FRANKE (NLD)

 

Aber auch für uns Jurymitglieder ist das Zusammentreffen immer ein besonderes. Der letztjährige Vorsitzende Davide Fornari (Progetto grafico, www.aiap.it/progettografico) fasst das so zusammen: »Ich bin auch bei anderen Design-Preisen in der Jury. Die European Design Awards sind etwas Besonderes, da die Jury ausschließlich mit Fachleuten besetzt ist: Wir alle arbeiten für Grafikdesign-Zeitschriften und machen so Design einem größeren Publikum bekannt. Wir sind geprägt von unterschiedlichen Arbeitspraktiken und Ideen aus ganz Europa, aber alle Entscheidungen werden grenzüberschreitend und frei von nationalen Interessen getroffen. Aus meiner Sicht fördern die ED Awards die Vielfalt und repräsentieren hervorragend die europäische Designkultur von heute. Der Wettbewerb von 2017 überraschte: Viele gute Projekte, auch aus Italien, kannte ich nicht. Ich glaube, Grafikdesign sucht sich derzeit neue Kanäle und Innovationen kommen jetzt tatsächlich zum Tragen.« 

Kat. Music / Film Cover. Design: ANTI INC AS (NOR)

 

Und über diese neuen Wege, über Tendenzen und Entwicklungen wird natürlich an diesen Tagen rege diskutiert – auch über das Phänomen, dass wir im digitalen Zeitalter zwar immer mehr zusammenwachsen, aber dennoch kulturelle Eigenheiten erhalten bleiben: »Die European Design Awards sind für mich besonders interessant, weil hier die visuellen Akzente im Rampenlicht stehen, die oftmals typisch für einzelne Regionen Europas sind. Der lutherische Norden, der katholische Süden und der orthodoxe Osten – in den kulturellen Ausdrucksformen spiegeln sich unterschiedliche Denkstrukturen wider. Als Juror bei einem Wettbewerb auf europäischer Ebene wird man genau daran erinnert, und das ist sehr hilfreich«, so Geir Skomsøy (Visuelt, www.grafill.no/visuelt). 

Kat. Original Typeface. Design: Smörgåsbord (GBR)
Kat. Artistic Catalogue. Design: Institute Designlab Gutenberg, Hochschule Mainz (GER)

 

Die Resultate der ED-Awards 2017 veranschaulichen durchaus diese kreative Vielfalt, die Europa auszeichnet, und so manche Arbeit beschäftigte uns nachhaltig. Camilla Buch (CAP & Design, www.capdesign.se) bringt diesen Eindruck auf den Punkt: »Ziel der ED Awards ist es, die besten Designarbeiten in Europa zu finden – nicht nur die schönsten und technisch guten Arbeiten, sondern auch diejenigen, die ihren Zweck am besten erfüllen. Denn dadurch erhält eine Arbeit ihre Relevanz. Und genau danach suchen wir als Jury; es geht nicht nur um eine gut gestaltete Arbeit, sondern um die gut durchdachte Anwendung dieser Arbeit. In diesem Jahr war ich zum ersten Mal Jurymitglied und habe viele Arbeiten zu sehen bekommen, die mir imponiert und einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen haben, und genau das ist ein wichtiges Element von gutem Design.«

Kat. Book Cover Series. Design: Accolade (BEL)
Kat. Packaging Food & Beverages. Design: Heine Warnecke Design GmbH (GER9

 

In diesem Jahr haben Kreative noch bis zum 16. Februar wieder die Möglichkeit, sich mit ihren europäischen Kollegen zu messen. Nach der letztjährigen Preisverleihung in Porto wandert dieses Event 2018 traditionell weiter: Dann wird Oslo Gastgeber für die Zeremonie samt Designkonferenz sein.


https://europeandesign.org/

 

Dieser Beitrag erschien in ähnlicher Form und mit weiteren Abbildungen in unserer novum-Ausgabe 10.17. Einzelhefte unter: https://novum.graphics/magazin/shop-abo/