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Die Saubermänner

Wenn von Marken die Rede ist, die seit jeher für die hohe Qualität von »Made in Germany« stehen, dann darf ein Name nicht fehlen: Miele. Und das entspricht durchaus den Zielen der beiden Gründer vor fast 120 Jahren.

Brandstory

 

Auf den ersten Blick überrascht das Ansehen der Marke aus Gütersloh, denn ihre Produkte scheinen zunächst wenig spektakulär: Waschmaschinen, Staubsauger, Geschirrspüler, Bügelmaschinen und Trockner, dazu kamen noch Herde und Haushaltsgeräte. Doch die gebotene Qualität, Innovationskraft und Langlebigkeit überzeugten bald nicht nur die Hausfrauen. Zwei Jahre nach Gründung brachten Carl Miele und Reinhard Zinkann Europas erste seriengefertigte Waschmaschine auf den Markt, es folgten unter anderem die Staubsauger sowie ein elektrischer Geschirrspüler, auch der ein europäisches Novum.

Brandstory

 

Erfindergeist und gründliche Ingenieurskunst kennzeichneten auch die weitere Entwicklung. Denn Carl Mieles Impetus des »Immer besser« bezieht sich nicht nur auf den Vergleich mit der Konkurrenz, sondern war ebenso als interne Motivation zu verstehen. Lange bevor die Philosophie aus Japan auch hierzulande bekannt wurde, nahmen die Gründerväter die Gedanken des Kaizen – der fortlaufenden eigenen Verbesserung von Produkten und Prozessen – voraus. Mit langfristigem Erfolg. Dazu trägt wohl auch die Kontinuität in der Leitung des Familienunternehmens bei. Genauer: des doppelten Familienunternehmens. Denn den Gründervätern von 1899, Carl Miele und Reinhard Zinkann, folgte in den bewegten vierziger Jahren mit Carl Miele jun. und Kurt Christian Zinkann die nächste Generation.

Brandstory

 

Sie erweiterte das Produktportfolio um Geräte für Gewerbe und Landwirtschaft. Die Gründerenkel Rudolf Miele und Peter Zinkann führten in den beginnenden Wirtschaftswunderjahren die Erfolgsgeschichte weiter und forcierten vor allem die weltweite Präsenz des Unternehmens. Mittlerweile werden fast 70 Prozent der knapp vier Milliarden Euro Umsatz (2016/2017) im Ausland erzielt. Diese Linie wird seit 2005 auch von Markus Miele und Reinhard Zinkann fortgesetzt, wobei der weitere Ausbau des Geschäfts mit hochwertigen Kücheneinbaugeräten sowie die Belieferung der Professional-?Kunden als Full-Service-Provider zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Brandstory


Beibehalten wurde in all diesen Jahren nicht nur die bewährte Familienbande, sondern ebenso die weise Beschränkung auf die Kernkompetenzen des Hauses und eine überwiegende Produktion in Deutschland. Ein Rezept, das offenbar aufgeht. Miele ist laut der »Best Brands«-Imagestudie der GfK für alle Branchen und Kategorien das mit Abstand erfolgreichste Unternehmen. Angesichts solch stabiler Rahmenbedingungen muss das Redesign des Logos zu Beginn dieses Jahres wie eine kleine Revolution erscheinen. Doch handelt es sich eher um feine Retuschen: Der bisher signalrote Fond um den bekannten Schriftzug ist nun dunkler und etwas vergrößert, die markante Wortmarke mit dem charakteristischen geneigten i-Punkt blieb unverändert. Herbert Lechner

Dieser Beitrag erschien erstmals im Rahmen unserer Serie »Brandstories« in der novum-Ausgabe 06.18. Jeden Monat beleuchtet Herbert Lechner hier für uns eine andere bemerkenswerte Markengeschichte.  Einzelhefte unter: https://novum.graphics/de/magazin/shop-abo/