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- Graphic Design

Design, Kunst und Experimente

In einer neuen novum-Serie nimmt Felix Wiesner (www.schmitzundwiesner.com) mit in die brodelnde Hauptstadt und spürt für uns Designer und Studios auf, von denen man noch vieles hören wird. Den Anfang macht Feld studio for digital crafts, das alle Grenzen kreativer Spielfelder auflöst und damit fantastisch Neues schöpft …

 

Als wir euch das erste Mal wahrgenommen haben, habt ihr gerade einen Miniatur-Düsenantrieb an einer Stange in einem Hof getestet. Ihr seid studierte Designer, aber programmiert, baut Prototypen, erfindet, seid erfahren im Bereich Elektrotechnik und sehr kunstaffin … als was genau würdet ihr euch bezeichnen?


Wir sind Gestalter. Feld besteht aus Grafik-, Medien- und Produktgestaltern, Entwicklern für Hard- und Software, Ingenieuren und Kunsthistorikern. Gemeinsam setzen wir kommerzielle, kunstorientierte und forschungsbezogene Projekte um. Die digitale Welt bildet zwar immer die Grundlage, aber wir wollen Menschen inspirieren, indem wir ihre Sinne ansprechen und unsichtbare Phänomene greifbar machen. Das Medium tritt dabei in den Hintergrund, wichtig ist uns die Erfahrung, die das Publikum macht.

 

In welcher Disziplin arbeitet ihr am liebsten?


Am liebsten arbeiten wir experimentbasiert und iterativ. Das führt meistens dazu, dass wir über die Grenzen einzelner Disziplinen hinausgehen und immer neu herausfinden müssen, wie wir zu unserem Wunschergebnis kommen. Dabei tasten wir uns mit Experimenten an ein Thema heran und versuchen, sowohl digitale als auch analoge Perspektiven miteinzubeziehen.

 

Ihr teilt euer Büro mit dem Neoklassik-Pianisten Nils Frahm und dem Labor für Tonfrequenz. Inwiefern beeinflusst sich eure Arbeit?


Wir teilen die Etage mit unseren Seelenverwandten und Freunden – und wann immer es möglich ist, kollaborieren wir miteinander. So sind schon viele gemeinsame Projekte zustande gekommen, zum Beispiel Album-Artworks, die »Sheets«-Notenbücher, mehrere Installationen und Unterstützung für Konzert-Touren. Eines unserer Lieblingsbeispiele ist die mobile, digital gesteuerte Orgel, die wir 2015 mit Nils für seine Tour gebaut haben.

 

Was inspiriert euch?


Das Potenzial von Technologie, die physische und digitale Welt zu verbinden! Allerdings immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass jede Maschine nur ein Instrument zur Lösung einer Aufgabe oder zur Bereicherung und Anregung des Betrachters ist – für uns als Gestalter ist es wichtig, die Kontrolle zu behalten, eine Maschine hat schließlich keine kreative Intuition. Die Beziehung zwischen Maschine und Mensch sollte immer einen inspirierenden Dialog möglich machen.

 

Kunst spielt eine wichtige Rolle in eurem Studio. Warum?


Kunst gibt uns die Freiheit, auszuprobieren und zu spielen – so können wir im und vom Prozess lernen. Der Kunstkontext schafft damit die Möglichkeit, unseren Geist und unsere Hände vor neue Herausforderungen zu stellen und frische Eindrücke zu sammeln. Die gewonnenen Erfahrungen können wir in Installationen wie »Loads« oder »Possibly Colliding« umsetzen.

 

Mal angenommen, ihr hättet komplett freie Hand: Welches Projekt würdet ihr umsetzen?


In den letzten Jahren haben wir immer wieder an unserer »Kräfte«-Ausstellungsreihe arbeiten können. In diesen Arbeiten beschäftigen wir uns mit physikalischen Kräften, die uns faszinieren und beeindrucken. Es gibt noch viele spannende Phänomene zu erkunden, die wir in erfahrbare Installationen übersetzen wollen!

www.feld.is



Dieses Interview erschien erstmals in unserer novum-Augabe 01.18. Einzelhefte unter: https://novum.graphics/magazin/shop-abo/