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Preis der Stiftung Buchkunst 2020

Kürzlich berichteten wir Ihnen von der Auswahl der »25 Schönsten Deutschen Bücher«, die die Stiftung Buchkunst wie jedes Jahr auserkoren hatte, nun ging es noch um einen ganz besonderen Gewinner, der den renommierten Preis der Stiftung Buchkunst mit nach Hause nehmen durfte.

 

In ihrer Laudatito beschrieb die Geschäftsführerin der Stiftung, Katharina Hesse, das Siegerbuch mit folgenden Worten: »592 Seiten. Ein Wälzer, den man auch so nennen darf. Es geht um das umwälzende Wiedervereinigungsjahr 1990. Fundstücke dieses prägenden Jahres wurden ausgebreitet und sortiert: aufwendig recherchiertes Fotomaterial; Zitate, Aufsätze, Interviews. Einzelne Sätze wirken wie Zwischenüberschriften, einzelne Wörter wie Schlagzeilen. Einer Zeitungsseite ähnlich werden die Text-Bild-Verschachtelungen mit fetten Linien verfugt. Aufschlagen und hinabfahren ins ›Bergwerk der Erinnerung‹.«

 

 

Preisverleihung im kleinen Kreis

Wegen der derzeitigen Hygienemaßnahmen durfte die Veranstaltung in diesem Jahr nur im kleinen Rahmen über die Bühne gehen. Neben Katharina Hesse nahm Dr. Joachim Unseld, Verleger der Frankfurter Verlagsanstalt und Vorstandsvorsitzender der Stiftung, daran teil und vergab den Preis am 4. September bei einem Festessen im Frankfurter Restaurant Margarete an Jan Wenzel und Wolfgang Schwärzel.

 

Im kleinen Kreis der Ehrengäste betonte Dr. Unseld insbesondere die Bedeutung gut gestalteter Bücher, die in schweren Zeiten noch wertvoller werden:»2020 ist ein besonderes Jahr, ein Jahr, an das wir uns noch lange erinnern werden. Es sind Zeiten der Besinnung auf das, was wirklich der Wertschätzung bedarf: Die Monate des Lockdowns forderten uns heraus, zu bestimmen, was uns wirklich wichtig ist. Die Besinnung auf Werte, und das heißt hier auch für die Buchherstellung, nicht ein Buch einfach nur zu drucken, sondern auf eine besondere Hinwendung zur Äußerlichkeit zu achten. Aufmerksamkeit wird darauf gerichtet, den Inhalt des Buchs durch neue gestalterische und künstlerische Ideen ungewöhnlicher und für den Leser attraktiver zu machen. Denn eine gelungene Gestaltung bedeutet die gelungene Äußerung des Inneren.«

Großartige Leistung von Wolfgang Schwärzler

Spector Books aus Leipzig darf sich also über ein Preisgeld von 10.000 Euro freuen. Mit »Das Jahr 1990 freilegen« ist Verleger Jan Wenzel ein Werk gelungen, das als Publikation nicht nur wegen seiner Großformatigkeit hervorsticht, sondern auch wegen der Finesse des Grafikers Wolfgang Schwärzler, mit dem das Buch in enger Zusammenarbeit entstand. Der hatte in der fadengeheftete Broschur auf knapp 600 Seiten Großartiges geleistet und mit abwechslungsreich gesetzten Text-Bild-Montagen einen ungewöhnlichen Einblick in das Jahr 1990 inszeniert. 

 

Hauptsächlich hielt er die – teils unveröffentlichten – Bildstrecken in Schwarzweiß und versammelte etwa Fotografien von Ute Mahler, Andreas Rost oder Christiane Eisler, die den dokumentarischen Stil unterstreichen. Doch als reiner Bildband ist es nicht konzipiert, ergänzt wird das Werk durch essayistische Texte und Sitzungsprotokolle, Briefe und Gespräche. Einen weiteren spannenden Ansatz und alternativen Geschichtsentwurf bilden 32 Geschichten des Filmemachers, Autors und Philosophs Alexander Kluge.

Das Jahr 1990 freilegen

 

Martin Gross, Alexander Kluge, u.a.
Jan Wenzel, Anne König, Andreas Rost, u.a. (Hrsg.)
Spector Books, Leipzig
Gestaltung: Wolfgang Schwärzler
Druck/Buchbindung: Optimal media, Röbel/Müritz
Lektorat: Jan Frederik Bandel
ISBN: 978-3-95905-319-8
Preis: 36 Euro

 

zum Programm der Stiftung Buchkunst

 

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