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- Graphic Design , Print & Production

Letterpress: Bestes Handwerk – feinstes Material

Die Entstehung unserer novum-Cover ist immer ein Pingpong-Spiel zwischen Papierhersteller, Veredelungs- und Druckunternehmen sowie Designer. Und gerade wenn eine absolute Neuheit ins Spiel kommt, sprudelt die Kreativität. Wir sprachen mit Petra Roß. Marketingleiterin bei Römerturm, sowie Sven Winterstein, Gründer von Letterjazz, über die Kooperation für die novum 05.19, die Drucktechnik sowie eine neue Etiketten-Range …

 

Unser interaktives novum-Cover 05.19 bietet viele Komponenten zum Sehen, aber auch zum Erspüren. Fangen wir doch mit der Letterpress-Umsetzung an. Herr Winterstein, können Sie kurz erklären, welche Möglichkeiten diese Technik bietet?


SW: Alles mit Farbe Gedruckte erhält in ein und demselben Arbeitsgang eine Tiefprägung und das verleiht dem Druckprodukt die für Letterpress charakteristische Dreidimensionalität. Möglichkeiten eröffnen sich neben diesem taktilen Charme auch durch die bedruckbaren Materialstärken. Eine Botschaft auf 1000 g/qm ist einfach ein Statement, welches garantiert wahrgenommen wird. Es gibt natürlich auch Limitierungen, etwa die oft aufwandsbedingt klein gehaltene Anzahl der Druckfarben – die daher gebotene Einfachheit in der Gestaltung ist jedoch selten ein Nachteil, eher noch ist sie ein Gewinn.

Letterpress von Letterjazz

 

Welche Punkte sind hier bei der Gestaltung zu berücksichtigen?


SW: Die meisten Gestalter arbeiten mit ein bis drei Farben aus der Pantone- oder HKS-Palette, mit mehr Aufwand und damit Kosten sind auch mehr Farben problemlos möglich. Zu meiden sind Halbtöne, also Druckraster, und ebenso der Einsatz von Bilderdruckpapieren oder einfachen Offsetpapieren. Volumenpapiere, Pappen und generell höhere Grammaturen sind Trumpf, wobei auch ein 100-Gramm-Briefbogen grundsätzlich gut funktionieren kann. Wer Letterpress wirkungsvoll einsetzen will, sollte eher mit Linien, Schrift und Illustration arbeiten, ohne dabei flächig oder verdichtet zu gestalten. Luftige Layouts mit feinen Linen und Typo sorgen stets für sehr erfreuliche Letterpress-Ergebnisse. Es können auch winzige Schriftgrade gedruckt werden, dann gilt es aber, auf fette Schnitte zu verzichten, da Punzen und Binnenformen zu winzig werden. Ein guter Drucker wird den naturgemäß hohen Druckzuwachs durch akkurates Arbeiten gering halten, bisweilen erblickt man leider sogar in Papier-Musterbüchern überfärbte, unsaubere Letterpress-Arbeiten.

Letterpress von Letterjazz

 

Sehr spannend ist natürlich auch das Etikettenpapier, das unsere Leser gleich beim Aufschlagen entdecken können. Normalerweise sind diese ja recht unspektakulär – Römerturm bietet hingegen jetzt mit Colorplan Labels ein Feuerwerk an Farbvarianten. Frau Roß, wie kam es zu der Entwicklung dieser Sorte?


PR: Die erste Farbe im Colorplan-Sortiment geht auf das Jahr 1926 zurück und daher ist Colorplan von G . F Smith seit Jahren marktführend beim farbigen Feinstpapier. Bisher gab es 51 Farben in 8 Grammaturen und mit 25 möglichen Oberflächen, die man nach Belieben in einer Mindestmenge von nur 25 Bogen kombinieren kann. Die unzähligen Möglichkeiten und die hohe Qualität machen Colorplan so beliebt bei den Designern, Marken und Verarbeitern. Mit der Einführung der Colorplan Labels von G . F Smith kann nun die bekannte Qualität auch bei der Etikettengestaltung eingesetzt werden und rundet das Colorplan-Sortiment stimmig ab.

 

Generell scheint im Packaging-Bereich gerade viel in Bewegung zu sein, oder?


PR: Das ist richtig. Dieser Trend setzt sich auch weiterhin fort und farbige Etiketten geben einen tollen Akzent. Nicht nur als Flaschen- oder Hüllenetikett, sondern als Siegel, zur Betonung von wichtigen Informationen et cetera. Wir sehen, wie die Kreativen mit diesen Etiketten spielen und täglich neue Anwendungen finden. Das macht Spaß.

Packaging von Letterjazz

 

Wie viele Farben umfasst die Colorplan-Labels-Kollektion?


PR: G . F Smith startet mit einer Auswahl von 15 Farben im Bogenformat von 50 x 70 cm. Eine Kombination aus klassischen dunklen Farben, die oft bei Luxusmarkten eingesetzt werden, gespickt mit kräftigen Farben, die auffallen und eine starke Wirkung erzielen, abgerundet mit den beliebten Pastelltönen. Weitere Farben und Formate können auf Wunsch gefertigt werden, wobei hier ein Mindestmenge erforderlich ist.

 

Die Etiketten wurden auch mit Heißfolie versehen. Herr Winterstein, Letterjazz bietet ja fast alle Spezialitäten im Druckbereich an – Siebdruck, Heißfolie, Blindprägung, Farbschnitt und vieles mehr. Was wird denn derzeit verstärkt nachgefragt und welche Technik wird Ihrer Meinung nach unterschätzt?


SW: Unsere Kunden, neben Markenunternehmen sind das vor allem Design?agenturen, fragen nicht immer zuerst nach dem Druckverfahren. Sie suchen einen wirkungsvollen Weg, um ihr Design bestmöglich in etwas Gegenständliches aus schönem Papier zu verwandeln. Nachgefragt wird daher häufig eine Technikkombi, bei der Letterpress immer unser Ausgangspunkt, aber am Ende als Druckverfahren nicht in jedem Fall mit von der Partie ist. Bei Letterjazz besteht das Tagesgeschäft daraus, so eine Art Sweetspot aus Design, Druckverfahren-Mix und Top-Wirkung zu ermitteln. Das kann, je nach Aufgabenstellung, auch eine ganz einfache Lösung sein. Seitdem wir unsere Services in Richtung Verpackung und passender Musterfertigung erweitert haben, kommt die dritte Dimension und so eben etwas mehr Beratung dazu. Unterschätzt wird meines Erachtens das enorme Potential auf der Seite der Print-Designer selbst. Wer sich idealerweise mit unseren unkonventionellen Technik- und Materialmöglichkeiten vertraut macht und mit mehr Ehrgeiz und Akribie als üblich sein Traum-Druckobjekt verwirklicht, wird sich in der Print-Kommunikation dramatisch vom Mainstream abheben. Nicht nur ein bisschen. Ich finde, es wird zu wenig nach den Sternen gegriffen. Wenn der Agenturkunde es nicht mitgehen mag, sollte man eben selbst mal demonstrieren, was möglich wäre.

Interview: Bettina Schulz

www.roemerturm.de
www.letterjazz.com

 

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