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© Alexander Schulz

- Graphic Design , Illustration

Schrittwärts – Zwei Digitalnomaden erzählen

Der Traum eines jeden, dem der Bürojob manchesmal wie ein dröges Hamsterrad vorkommt: Raus aus dem Alltag und rein in die Hängematte, wo sich das abenteuerliche Digitalnomadentum anscheinend abspielt. Doch was ist die Realität des ortsunabhängigen Arbeitens, mit Laptop am Strand, im Fernbus, AirBnB oder Zugabteil?

Das möchten auch Melanie Maier und Alexander Schulz herausfinden, die für zwei Jahre ohne Flugzeug um die Welt reisen. 15 Monate sind die Journalistin und der Grafikdesigner schon unterwegs, ein weiteres Jahr liegt noch vor ihnen. Mittlerweile haben sie die Strecke von Stuttgart nach Australien bereits geschafft und dabei sowohl schöne Momente, als auch einige schwierige Situationen erlebt. Melanie Maier schreibt Reisereportagen, die auf den jeweiligen Erlebnissen basieren. Alexander Schulz hingegen arbeitet neben verschiedenen Grafikaufträgen an einem Comic, in dem er vor allem Kindern verschiedene Orte und Kulturen näherbringen möchte. Doch kann man bei so vielen unterschiedlichen Eindrücken überhaupt von einem Alltag sprechen? Uns von der novum interessiert natürlich besonders die Art und Weise, wie sich ein zweijähriger Trip eines Grafikdesigners und einer Journalistin auf die Kreativität, ihre Projekte und das daily business auswirkt.

© Alexander Schulz

»Die Weltreise inspiriert meine Arbeit stark«, berichtet Alexander Schulz. »Wir haben bislang 15 Länder und ihre unterschiedlichen Kulturen erlebt. Russische Holzarbeiten, chinesische Porzellanverzierungen, kambodschanische Tempelruinen – egal wo wir sind, umgeben uns unterschiedliche, teils uralte Stile. Ich sammele unterwegs automatisch Eindrücke, die sich in dem, was ich gestalte, widerspiegeln. Da ich zur Zeit einen Comic über unsere Reise zeichne, denke ich umso mehr an unsere Erlebnisse zurück und versuche mich an die Umgebung, in der die Handlung gerade spielt, zu erinnern.«

© Alexander Schulz

Ganz pragmatisch gesehen hängen viele Projekte natürlich auch davon ab, ob und in welcher Qualität überhaupt Strom und Internet vorhanden sind. Laut dem Paar ist WIFI mittlerweile so gut wie überall zu finden. »Sogar in der scheinbar endlosen Weite der Mongolei, in der Yaks frei herumlaufen und Menschen in Jurten leben, hatten wir häufig Empfang. Es gab aber auch einige Situationen, in denen das anders war. Ich kann mich ein einen Abend am Baikalsee in Russland erinnern, an dem ich vor unserer Unterkunft mit Laptop, Smartphone und Schirm im Regen umhergewandert bin und versucht habe, eine wichtige E-Mail über unseren Hotspot zu verschicken. Die E-Mail war nur wenige MB groß. An anderen Orten wäre die Nachricht innerhalb von Sekunden rausgegangen. Es war Abgabetag für ein Projekt und am Ende hat zum Glück auch alles geklappt.«

Wann immer ein konkretes Projekt mit Abgabetermin bereits feststeht, versuchen Alexander Schulz und Melanie Maier also so vorausschauend wie möglich zu planen. »Da wir langsam reisen möchten, gönnen wir uns oft Auszeiten, in denen wir einige Wochen am Stück an einem Ort leben und quasi ein normales Leben führen, ähnlich wie in Deutschland. In diesen Phasen können wir uns besser konzentrieren und besser arbeiten als zum Beispiel während einer fünfwöchigen Campingtour durch das Outback Australiens.«

© Alexander Schulz

Momentan sind die beiden in Canberra, Australien. Im September soll es nach Neuseeland weitergehen. Von diesen Orten klappt die Skype-Kommunikation mit dem Kunden wohl fast immer problemlos, solange man sich nur auf eine Zeit einigt. Alexander Schulz rechnet: »Hier in Canberra haben wir zum Beispiel einen Unterschied von 8 Stunden zu Deutschland, so dass viele Kunden sozusagen zeitlich zurückliegen. Es ist also wichtig, einen Zeitpunkt zu finden, der für den Kunden nicht zu früh und für mich nicht zu spät ist. Was das Arbeiten angeht, habe ich durch die Verschiebung aber auch den Vorteil, dass ich die jeweilige Layout-Phase schon abschließen und abschicken kann, während der Kunde noch im Bett liegt und schläft. Andererseits bin ich ab einer gewissen Tageszeit für ihn nicht mehr erreichbar, da bei uns schon Nacht ist.«

© Alexander Schulz

Ein spannender Lernprozess ist diese Reise allemal – besonders, weil die beiden keine schnellen Wege zurücklegen. Sie haben sich vorgenommen, komplett ohne Flugzeug um die Welt reisen, um auf diese Weise die Größe der einzelnen Länder, aber auch, um die Distanzen zwischen ihnen zu spüren. »Wir möchten genug Zeit haben, um die Orte, die wir besuchen, und die Menschen, denen wir begegnen, kennenzulernen«, erzählen sie. »Zum anderen verzichten wir auf das Flugzeug aber auch aus ökologischen Gründen: Allein bei einem Flug von Stuttgart nach New York zum Beispiel fallen pro Fluggast mehr als 3500 Kilogramm CO2 an.«

Wenn alles klappt und die beiden es wie geplant über die großen Ozeane schaffen, sehen sie ihre Freunde, Verwandten und natürlich Kunden in Deutschland im Spätsommer 2020 wieder.

© Alexander Schulz

Wer ihnen folgen möchte, hat dazu einige Möglichkeiten:

 

Hier entlang zur Website von Journalistin Melanie Maier.

Zu Alexander Schulz' Designarbeiten geht es hier.

Es gibt außerem eine gemeinsamen Instagramaccount sowie Facebookseite.