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- Corporate Design

Ein neues Branding für die Pinakothek der Moderne

Im vergangenen Jahr beschloss die Pinakothek der Moderne, eine neue Webseite in Auftrag zu geben, den Zuschlag erhielt die 360° Digitalagentur schalk&friends. Schnell wurde jedoch klar, dass ein Redesign nur sinnvoll wäre, wenn zugleich das Erscheinungsbild überarbeitet würde. Hier kam das Designstudio C100 ins Spiel, dem im übertragenen Sinn die Quadratur des Kreises gelang …

Ein Haus, vier Museen

Die Pinakothek der Moderne ist eines der bedeutendsten Museen in Deutschland. Das wird inzwischen auch über eine eigene Website, außerhalb des Pinakotheken Verbunds zum Ausdruck gebracht. Im Umsetzungsprozess wurde von der ausführenden Digitalagentur schalk&friends allerdings auch klar angesprochen, dass die Wiedererkennbarkeit und Eigenständigkeit nur mit Hilfe einer eigenen und damit neuen Visual Identity erreicht werden könne. Und damit wurde das Thema »Web« zum Designthema, dem man mit einem partnerschaftlichen Herangehen gerecht wurde. 

 

Einem so großen Haus eine Visual Identity zu verleihen, war für Christian Bach und Christian Hundertmark von C100Studio also eine fantastische Chance, ihr Können unter Beweis zu stellen. Große Kulturinstitutionen sind per se nicht die einfachsten Kunden, schließlich sind Sie nicht nur der institutionellen Bedeutung des von Ihnen vertretenem Hauses verpflichtet, sondern auch dem eigenen, schon von Berufswegen sehr hoch ausgebildeten ästhetischen und konzeptionellen Verständnis. Die Herausforderung bestand folglich darin, das Wesen der Pinakothek der Moderne nicht nur visuell ansprechend sondern auch in seiner Vielschichtigkeit treffend darzustellen – denn sie besteht aus insgesamt vier Sammlungen. 

 

 

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die Staatliche Graphische Sammlung München, das Architekturmuseum der Technischen Universität München und Die Neue Sammlung – The Design Museum stehen gleichberechtigt nebeneinander und verkörpern gemeinsam das kreative Schaffen der Moderne. Dennoch ist jede Sammlung eigenständig und setzt individuelle Schwerpunkte. Jedes dieser Häuser besitzt zudem eine eigene CI und eine Webseite. 

1 + 1 + 1 + 1 + = 5

Da es ursprünglich »nur« um die Gestaltung der Webseite des Hauses gegangen war, kamen Bach und Hundertmark erst vergleichsweise spät ins Boot, und waren dann gleich mit auf hoher See. Denn um den finalen Zuschlag zur Gestaltung einer Visual Identity zu erhalten, musste erst einmal noch ein Pitch gewonnen werden. In intensiven zwei Wochen erarbeiteten die beiden ein erstes Konzept. Als Inspirationsquelle diente natürlich die Moderne, aber auch die markante Architektur des Gebäudes, vor allen Dingen die Rotunde im Zentrum der Pinakothek der Moderne. 

Von den Gestaltern selber wurde ein im ersten Gang ein Entwurf favorisiert und präsentiert, der einen seitlich geöffneten Kreis zeigt mit dem umlaufenden Schriftzug: Pinakothek der Moderne. Ein schönes Bild, das die Verbundenheit der Häuser unterstreicht und symbolisiert, dass man offen ist. Mit diesem Entwurf qualifizierte sich das Team letztendlich für eine weitere Erarbeitung – der Pitch wurde gewonnen – diese sollte dann aber dem Anspruch explizit auf die 4 Sammlungen im Haus hinzuweisen gerecht werden.  

 

»Glücklicherweise«, meint Christian Hundertmark, »war nach der Präsentation klar, dass wir etwas von Branding verstehen und wir mit unserem Ansatz in die richtige Richtung gehen. Die vier eigenständigen Sammlungen verstehen sich innerhalb der Pinakothek der Moderne als Teil eines Ganzen, das größer ist als die Summe seiner Teile, also in etwa 1 + 1 + 1 + 1 = 5«. 

Die beiden Gestalter wandten sich also erneut dem Gebäude als verbindendem Element zu, thematisierten nun aber eher die Säulen aus dem Eingangsbereich. Kunst, Grafik, Architektur und Design bilden die Eckpfeiler der Moderne und sind zugleich die Sammlungsschwerpunkte der vier Museen, die unter dem Dach der Pinakothek der Moderne vereint sind. Die Pinakothek der Moderne ist aber auch mehr als die Summe ihrer Teile, »als eigenständiges Gesamthaus«, sagt Christian Hundertmark stellt ihre interdisziplinäre Programmatik einen besonderen Mehrwert dar«.  


Das neue Branding spiegelt diese Eigenschaft wider, macht die Marke klar erkennbar und läßt den vier Sammlungen dennoch viel Spielraum, um eigenständige Schwerpunkte zu setzen. Auf der Webseite sorgt die neue CI für eine klare Kommunikation mit Besuchern aus aller Welt und repräsentiert Vielfalt, Vitalität und Dynamik, wie die Online-Spezialisten von schalk&friends sagen.  

 

 

»Unser Ziel war es, der visuellen Identität einen zeitgemäßen Look zu geben, ohne dabei das epochale Moment der Moderne und das individuelle Erlebnis des Betrachters, aus den Augen zu verlieren«, erklärt Christian Bach und fügt dem Ganzen schmunzelnd hinzu »und das es am Ende einfach den Menschen, den Besuchern etwas sagen soll – und bestenfalls gefallen.«  

Die neue CI wird nun schrittweise ein- und umgesetzt. In vielen Drucksachen, etwa in den Geschäftsausstattungen der vier Häuser, steht das neue Logo neben den bisherigen Erscheinungsbildern. Das ist nicht immer ganz glücklich und vielleicht werden auch diese Bereiche irgendwann einmal visuell angepasst und abgestimmt. Ob und wann das geschieht und ob C100 dann wieder mit im Boot sein wird, das wissen Christian Bach und Christian Hundertmark nicht.

 

Im Moment sind sie einfach nur glücklich, das große Projekt erfolgreich abgeschlossen zu haben. Die Erfahrung war wertvoll und gemeinsam mit schalk&friends freut man sich, die Herausforderung gemeistert zu haben. Was die Verantwortlichen mit dem neuen Erscheinungsbild anstellen, liegt nicht mehr in der Hand der Gestalter, doch es funktioniert zweifellos und ist Aufmerksamkeitsstark – auch in Pink.   

 

 

C100 Studio

Christian Hundertmark: Creative Direction / Design

Christian Bach: Creative Direction / Konzeption

 

schalk&friends

Tim Kallenbach: Projekt Management / Strategie

Tobias Schalkhausser: Projekt Management / Geschäftsführer schalk&friends

 

Pinakothek der Moderne

 

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