Ihr Warenkorb:

Keine Artikel im Warenkorb.

- Videos

Trikestra – Orchester virtuell erleben

Den widrigen Umständen des Covid-19-Szenarios sind leider auch viele Kultur- und Musikveranstaltungen zum Opfer gefallen. Unsere Redaktion erreichte jedoch ein wunderschönes Beispiel dafür, wie Digitale Kunst, Grafikdesign und gute Kommunikation dazu beitragen können, dass kulturelle Events sogar noch mehr Menschen erreichen – obwohl die ursprüngliche Planung zunichte gemacht wurde.

 

 

Drei Orchester, eine Idee

»Trikestra« kam aus der Zusammenarbeit dreier Orchester zustande: Beteiligt ist die Junge Norddeutsche Philharmonie, ein projektbezogenes Nachwuchsorchester aus Musikstudierenden, das sich Innovation und der Suche nach dem »Klassikkonzept der Zukunft« verschrieben hat, das Stegreif Orchester, welches ohne Dirigent und ohne Noten, aber voller Liebe für klassische Originale spielt, und das Deutsche Symphonie-Orchester. Zu dritt hatten sie im Frühjahr eigentlich eine Kooperation mit der Kulturstiftung des Bundes geplant. Als diese in den letzten Zügen der Vorbereitung von Dramaturgie, Bühnenbild und Komposition abgesagt werden musste, schloss man sich zu einer musikalischen Taskforce zusammen, deren Ziel ein virtuelles Orchester war.

 

 

Klassische Musik neu umgesetzt

Die 70 Musiker und Musikerinnen hatten keine Zeit zu verlieren: Binnen zwei Wochen studierten sie in atemberaubenden Tempo einen Satz der Beethoven-Sinfonie ein, die sie eigentlich bei der multimedialen Klangperformance #beethoven_rotation zur Aufführung hatten bringen wollen. Die heimisch produzierten Aufnahmen sind nun Teil des virtuellen Orchestererlebnis'.

 

Die Initiative der Projektgruppe Trikestra kam also zur rechten Zeit und passte mit ihren Ideen perfekt zum 70-köpfigen Orchester: Die Zusammenarbeit mit anderen Orchestern soll auch als Ideenlabor für neue Konzert- und Musikvermittlungskonzepte dienen – besonders in Krisenzeiten wie diesen – und hat sich der Begegnung des Deutschen Sinfonie Orchesters mit der vibrierenden und unkonventionellen Berliner Szene verschrieben.

 

 

Beethoven meets Remix-Kultur

Die Besetzung entspricht einem handelsüblichen Orchester, doch die Ausführung findet ausschließlich digital statt – aufgenommen mit den Handykameras der jeweiligen Musikern und Musikerinnen. »Der Clou ist«, schreibt uns der verantwortliche Kreativdirektor Marcel Alber, »dass wir das Video in 360° machen, das heißt auf dem Smartphone oder Tablet kann man sich innerhalb des Orchesters drehen, ausgewählte Artists heranzoomen und beim Spielen zuschauen. Ohne Eintrittskarte – direkt von Zuhause.«

 

Marcel Alber von der Werkstatt für Gestaltung – Büro für Film und Grafik war verantwortlich für den Videoschnitt der einzelnen Sequenzen. Um den Ton kümmerte sich der Sound Engineer und Tonmeister Wanja Hüffell. An der Umsetzung beteiligt war außerdem der argentinische Industriedesigner Lucas Gutierrez, der als Digital Artist die 360°-Animation möglich machte. In seiner Arbeit treten viele Einflüsse der Remix-Kultur auf, in denen er Einflüsse verschiedener Kontexte kombiniert, wie etwa abstrakte Figuren aus der 3D-Modellierung im Industriedesign.

 

Hier geht's zur Website von Trikestra.