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Zaha Hadid im TASCHEN-Verlag

Der Kunsthistoriker und Wirtschaftswissenschaftler Philipp Jodido, der über zwei Jahrzehnte lang Chefredakteur der französischen Kunstzeitschrift »Connaissance des Arts« war, hat im Verlag TASCHEN bereits eine Reihe spannender Bücher publiziert. Zu seinen Veröffentlichungen gehört etwa seine Reihe Architecture Now!, aber auch viele Monografien über Persönlichkeiten wie Tadao Ando, Norman Foster, Renzo Piano, Jean Nouvel, Shigeru Ban oder Oscar Niemeyer.

 

Ganz neu ist sein Werk zur Ausnahmearchitektin Zaha Hadid. Bis zu ihrem Tod galt sie als mutige, revolutionäre Architektin, die in weiten Kreisen gefeiert und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde – obschon sie praktisch nichts baute, derart ungewöhnlich waren ihre Entwürfe.

Ein bewegtes Leben

Zaha Hadid hatte ein beeindruckendes Leben: Sie wurde 1950 in Bagdad geboren und studierte bei der Architectural Association in London, wo sie 1977 den Diplompreis gewann. Sie wurde Partnerin im Office for Metropolitan Architecture und unterrichtete bei OMA-Gründer Rem Koolhaas, bei dem sie bis 1987 ihr eigenes Studio leitete. Die britische Hauptstadt wurde zu ihrer Wahlheimat. Später hatte sie den Kenzo Tange-Lehrstuhl an der Graduate School of Design der Harvard University inne, sowie den Sullivan-Lehrstuhl an der University of Illinois, School of Architecture in Chicago. Dazu kamen Gastprofessuren an der Hamburger Hochschule für bildende Künste, der Universität für Angewandte Kunst in Wien und der Yale University.


Nur wenige Architekten haben durch grafische Arbeiten – Gemälde und Zeichnungen gleichermaßen – einen so großen Einfluss gehabt wie Hadid. Ihr Baustil wurde von ihr selbst häufig als fließend oder als kinetisch bezeichnet – weil ihr Design auf der Bewegung basiert.

Neue Ästhetik

Der erste Schirmherr für eines ihrer Bauwerke war Rolf Fehlbaum, Geschäftsführer des Design- und Möbelunternehmens Vitra. Die Feuerwache Vitra wurde bereits vor ihrer Fertigstellung in Zeitschriften und Büchern über zeitgenössische Architektur veröffentlicht – ihre scharfe, eckige Betonkonstruktion stellt die Ästhetik fast aller bekannten Gebäude in Frage. Bei Hadids Entwurf laufen die Betonwände in einem spitzen Winkel auf den Haupteingang zu, so verleihen sie dem Gebäude eine extreme Dynamik, was ihm die Würdigung als »revolutionäre Bau-Ikone« einbrachte.

 

Der innovationsfreudige Fehlbaum war Mitglied der Pritzker-Preis-Jury 2004, die mit Hadid zum ersten Mal einer Frau die prestigeträchtige Auszeichnung verlieh. »Ohne jemals zu bauen«, sagte Fehlbaum bei dieser Gelegenheit, »hat Zaha Hadid das Repertoire der räumlichen Artikulation der Architektur radikal erweitert.« Jetzt, da die Umsetzung der komplexen Gebäuden tatsächlich stattfindet, wird die Kraft ihrer Innovation voll zum Ausdruck gebracht.

Die Schnittstelle zwischen Design und Architektur

Hadid war auch in anderen Designbereichen tätig: Sie realisierte beispielsweise Entwürfe für Möbel, Inneneinrichtungen, Messepavillons und Ausstellungsgestaltungen, sogar Gebrauchsgegenstände. Zeit ihres Lebens hätte sie gern mehr Objekte gestaltet, »auch weil man hier die Ergebnisse schneller sehe als in der Architektur«, doch ihr hätte dafür die Zeit gefehlt.

 

Ihrer Kreativität im technologischen Bereich war keine Grenze gesetzt, doch selten verließ sie sich nur auf Computer. Wo andere sich mit Begeisterung computergenerierten Entwürfen widmeten, wagte Zaha Hadid es, Ideen aus der Zeit vor dem Computer zu entwickeln und mit neuer Technologie zu verknüpfen. Sie interessierte sich nie für reine Ästhetik, ihre Arbeit befand sich stets an der Schnittstelle zwischen Architektur, Kunst und Design.

In diesem Buch demonstriert Philip Jodidio Hadids beeindruckende Theorien und den Übergang zu realen Gebäuden – von der Grafik zum Bauwerk.

Die umfassend aktualisierte, handliche Ausgabe, die auf Grundlage der XXL-Monografie entstand, deckt Hadids sämtliche Werke bis hin zu laufenden Projekten ab. Mit reichlich Fotos, ausführlichen Skizzen und Hadids eigenen Zeichnungen folgt der Band ihrer Laufbahn, indem er nicht nur ihre bahnbrechendsten Bauten erfasst, sondern auch ihre Entwürfe für Möbel und Inneneinrichtungen einbezieht, die Teil ihrer einzigartigen Welt waren, die unverkennbar den Stempel des 21. Jahrhunderts trägt.

 

 

TASCHEN

Zaha Hadid. Complete Works 1979–Today. 2020 Edition

Philip Jodidio

Hardcover, 672 Seiten

€ 50