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Vatermilch Uli Oesterle

- Books

Vatermilch, der neue Comic von Uli Oesterle

Heller als das große Vorgängerwerk »Hector Umbra«, aber nicht weniger fesselnd. Mit »Vatermilch« ist Uli Oesterle der München-Comic 2020 gelungen …

Vatermilch, der München-Comic 2020

Eine Rezension von Markus Galla

 

»Vatermilch« von Uli Osterle ist ein sehr persönlicher Comic. Er erzählt die Geschichte seines Vaters in einer von ihm erdachten Variante. Die Gefahr von Vatermilch ist, dass man die Geschichte zu eng mit dem Zeichner und Autor des Werkes verbindet. Es ist Fiktion, aber so nah, dass man glaubt, genau so wäre es Oesterles Vater ergangen. Vielleicht wurde hier auch ein wenig Eigentherapie gemacht, was ja durchaus befreiend sein kann. Der Stil ist eingängig aber nicht glatt, was gut zum Thema passt. Er erinnert leicht an »Ein diabolischer Sommer« von A. Clérisse wobei Oesterle immer viele Vorbilder angibt. Das gezeigte Design, Mode, Musik und Architektur spiegeln die 70er Jahre und die Jetzt-Zeit wider. Mit unterschiedlichen Farben wird der Leser durch die in zwei Zeiten spielende Geschichte geführt.
 
Keine Frage, »Vatermilch Band 1« ist sehr gut gemacht. So wie allgemein der deutsche Comic in den letzten Jahren eindeutig einen Qualitätsschub gezeigt hat. Der Strich, das filmische Storytelling muss sich in keinster Weise hinter franko-belgischen Werken verstecken.

Vatermilch Uli Oesterle

Oesterle ist vor allem durch seine 2009 erschienene Graphic Novel »Hector Umbra« bekannt geworden. Dieser in mehrere Sprachen übersetzte Comic ist ein eher düsteres Spiegelbild der Clubkultur Anfang der 00er-Jahre in München.
 
»Vatermilch« ist heller als sein großes Vorgängerwerk und zeigt auch legendäre untergegangene Orte aus München. Uli Oesterle schafft es damit den perfekten München-Comic 2020 abzugeben. Drei weitere Bände »Vatermilch« sollen in den nächsten Jahren folgen. Der erste Band hat einen geprägten Stoffrücken in einem zu den 70er Jahren und München passenden Orangeton (U-Bahnstation Marienplatz) in einem Hardcover. Der Einsatz von nicht hochweißem Naturpapier macht das Werk lesefreundlich und angenehm haptisch.

 

 

Vatermilch
Uli Oesterle

Carlsen Verlag, Hamburg
www.carlsen.de
128 Seiten, Hardcover
ISBN 978-3-551-71158-8
20,– €

Vatermilch Uli Oesterle