Ihr Warenkorb:

Keine Artikel im Warenkorb.

Luxuxpapier

- Print & Production , Graphic Design

Luxus auf französische Art

 

Ich habe ein Papier entdeckt, das mit großer Wahrscheinlichkeit seinen Weg nie in das Sortiment eines Großhandels findet. So charmant und speziell, dass es nur als Sonderanfertigung in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden kreiert wird. Vielleicht braucht es, um überhaupt auf so eine Idee zu kommen, tatsächlich diese Mischung aus Technik, französischer Raffinesse und dem Sinn für das Schöne im Leben.

 

Die Papierfabrik Lana in Strasbourg hat eine lange Tradition. Sie wurde bereits 1590 gegründet. Hochwertige Druckpapiere, Künstlerpapiere, Wasserzeichen- und Sicherheitspapiere sind ihre Spezialität. Rezepturen für über 5000 verschiedene Papiersorten lagern in ihren Schubladen. Zwei davon möchte ich Ihnen heute vorstellen: Lana fil und Lana ruban. Fil steht für Faden und ruban für Band. Bei Lana fil werden Garne in das Papier eingearbeitet. Diese können aus Baumwolle, Leinen, Wolle, Flachs sein, Metallicgarn in Gold oder Silber und so weiter. Für Lana ruban können Bänder aus den unterschiedlichsten Stoffen wie Seide, Organza, aber auch Spitze zum Einsatz kommen. Natürlich können die Bänder auch das Logo des Kunden eingewebt haben. Alles was sich mit Bändern machen lässt, ist auch hier denkbar.
   


Wie kommt man an sein eigenes Papier?

Wenn Sie der Gedanke reizt, sich ein ganz besonderes Papier zu gönnen, und die Mindestmenge für eine Produktion von drei Tonnen Sie nicht abschreckt, ist es eigentlich gar nicht so kompliziert.
Zunächst sollte klar sein, wie das fertige Material weiterverarbeitet werden soll. Wird es zum Beispiel für Luxusverpackungen eingesetzt und muss gerillt, gefalzt, gestanzt werden? Die Papiermacher sorgen für die richtige Zusammensetzung aus lang- und kurzfaserigem Zellstoff und fügen auf Wunsch auch noch Baumwolle für den warmen Griff hinzu.
Ein weiterer Parameter ist die Bedruckbarkeit. Je nachdem, ob Offset zum Einsatz kommen soll oder auch an Siebdruck gedacht werden kann, entscheidet sich, wie gut Fäden und Bänder in das Material eingearbeitet sein müssen. Den Hauptakteuren dieser Papierspezialität, den Garnen und Bändern, kommt ebenfalls großes Augenmerk zu. Wie sollen sie aussehen, welche Farbe sollen sie haben, welche Stärke, Breite und welche Stofflichkeit? Ganz wichtig ist natürlich auch noch die Entscheidung, wo sie auf dem fertigen Papierbogen positioniert werden sollen. Hier kommt die große Erfahrung der Papierfabrik Lana bei der Produktion von Sicherheitspapieren zum Tragen. Die Position kann tatsächlich exakt definiert und in der Auflage eingehalten werden. Voraussetzung ist nur die Berücksichtigung der Laufrichtung der Papierbahn.

 

Wie lange kann das dauern?


Eigentlich gar nicht so lange. Sind die Rahmenbedingungen festgezurrt und das Garn oder die Bänder verfügbar, dauert eine erste Testproduktion etwa zwei Wochen. Auf die komplette Menge nach Freigabe wartet man dann nur circa 1,5 bis 2 Monate. Tja, und das Ergebnis wird dann ausgesprochen individuell sein. Sinnlich sowieso und überraschend allemal. Kann man noch mehr von einem Papier verlangen?
   
Autorin: Sylvia Lerch (Sylvia Lerch Material & Produktion)



   
In ihrer monatlichen Kolumne für novum beleuchtet Sylvia Lerch mit ihrer ganzen Expertise ungewöhnliche  Druck-, Veredelungs- und Weiterverarbeitungsmöglichkeiten  und stellt Innovationen der Papierbranche vor. Bleiben auch Sie auf dem neuesten Stand! Einzelhefte der novum gibt es unter: https://novum.graphics/de/magazin/shop-abo/