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- Graphic Design

Comments in Berlin

Vom 7. bis 21. Oktober sind in der Gallery Neurotitan die grafischen Kommentare von Lea Brousse und Raban Ruddigkeit zu sehen – ohne Titel oder Beschreibung lässt sich dennoch ablesen, welches brisante Thema jeweils im Fokus stand. Wir sprachen mit den beiden über dieses Projekt. 

 

Seit 2015 erscheinen Eure grafischen Kommentare in der Zeitung Der Tagesspiegel – seid Ihr hier in der Themenwahl frei?

Die Themen werden wöchentlich vorgegeben, aber wir sind frei, sie so zu kommentieren, wie wir es ganz persönlich für richtig und nachdenkenswert halten. Daneben stehen zum jeweiligen Topic verschiedene Texte, die wir teilweise schon kennen, aber die uns nicht leiten sollen. Das sorgt bei uns dafür, dass wir uns zu zweit mit dem Thema auseinandersetzen, um einen eigenen Blick darauf gewinnen zu können.


Wie entstand diese Idee, die zumindest in der deutschen Presselandschaft eher ungewöhnlich ist?


Als Designer denkt man mehr in Bildern als in Texten. Seit Jahren publizieren wir diese als unsere Kommentare in den Social Networks. Einer, der sich mit der Flüchtlingsfrage beschäftigte, wurde vom Tagesspiegel angefragt – das war somit der Beginn einer sich entwickelnden Zusammenarbeit, bei der beide Seiten etwas neues ausprobiert haben. Das sollten Medien eigentlich immer tun, wenn sie sich als lebendigen Teil der Gesellschaft betrachten.

 

Welche Visualisierung beziehungsweise welches Thema hat Euch bislang am meisten Spaß gemacht oder aber berührt?

Es sind die Themen, bei denen sich die Thesen scheinbar diametral gegenüberstehen wie zum Beispiel Freiheit versus Sicherheit, die uns am meisten anspornen. Denn sie geben keine einfachen Lösungen vor. Das hat auch bei uns zu anregenden Diskussionen geführt und uns damit auch selbst sehr bereichert. 

 

Gab es auch ein Thema, das extrem schwierig war?


Schwierig gestalten sich die nicht enden wollenden Debatten über die Deutsche Identität, die AfD und alles Nationale. Lea ist als Französin oft erstaunt über die Verrenkungen, die hier immer noch stattfinden und auch ich bin eher gelangweilt von dieser Frage. Wir beide wünschen uns dann, dass man ein bisschen mehr darüber sprechen würde, wie eine nationale Identität im Herzen Europas in der Zukunft aussieht. Denn alles sogenannte Deutsche ist in unseren Augen ausschließlich rückwärtsgewandt.

 

Vom 7. bis 21. Oktober werden Eure grafischen Kommentare nun in der Galerie Neurotitan in Berlin ausgestellt. Was erwartet die Besucher?


Wir haben eine kleine Auswahl zusammengestellt, die hoffentlich auch über den Veröffentlichungstermin in der Zeitung noch eine gewisse Bedeutung besitzt. Es wird keine Titel und Texte dazu geben, was die Arbeiten ebenfalls nackt und verwundbar macht. Dafür werden wir sie ein wenig größer zeigen und sind gespannt, wie das Publikum in diesem anderen Rahmen darauf reagieren wird.



www.brousseruddigkeit.com


http://www.neurotitan.de/Galerie/galerie_start.html