Ihr Warenkorb:

Keine Artikel im Warenkorb.

- Books , Photography , Graphic Design

Einhunderttausend Wörter suchen einen Autor

Der Zürcher Verlag Diaphanes bringt seit knapp 19 Jahren spannende, mehrsprachige Buchproduktionen heraus, verquickt dabei verschiedenartige geistes- und kulturwissenschaftliche Themen, und bewegt sich gerne jenseits des Mainstreams. Neben dem täglichen Buchgeschäft – die Backlist umfasst weit über 500 Titeln auf Deutsch, Französisch und Englisch, und Diaphanes bringt jährlich rund 50 Neuerscheinungen heraus – erscheint außerdem vierteljährlich ein Print- und Onlinemagazin, laut eigener Angabe »mit Fokus auf zeitgenössische Kunst, kritischen Diskurs und internationale Literatur, offen für die Pluralität sämtlicher Imaginations- und Wissensformen«.

 

Als wäre dem Verlegerteam sonst möglicherweise fad, hat es mit dem »Espace Diaphanes« in Berlin-Kreuzberg einen Schau- und Projektraum aus der Taufe gehoben, in dem sie diese Inhalte vertiefen. Die Veranstaltungen komplettieren das Verlagsprogramm mit Lesungen und Ausstellungen, wie beispielsweise die Eventreihe »Authentizität und Feedback«, an dessen Gestaltung sich auch das Berliner Studio Last beteiligte. 

»Authentizität und Feedback«

Vom 21. bis 24. November soll es in Performances und Gesprächen um die Frage gehen, welche Synergien aus dem Zusammenspiel von »Authentizität« und »Feedback« entstehen, und welche Wirkungen sie auf die Kunst und Literatur haben. Das Projekt »Einhunderttausend Wörter suchen einen Autor« wird zudem erstmals vorgestellt; wir dürfen bereits diesen kleinen Einblick mit Ihnen teilen.

 

Grundgedanke war hier, sich mit zukünftigen Formen von Autorenschaft zu befassen, indem hundert Autoren je einen Text aus genau tausend Wörtern beisteuern. Die teils renommierten, teils noch unbekannteren Autoren und Autorinnen haben zwar nur unterschiedliche Nationalitäten, Muttersprachen und Herangehensweisen, doch bei allen gibt es eine Gemeinsamkeit: Der Text muss in der Ich-Form sein.

 

 

 

Immer wieder neue Entdeckungsmöglichkeiten

Die Website zum Projekt stammt vom Berliner Studio Last, das mit www.100000words.net das Diskurs- und Performance-Festival »Authentizität und Feedback« ergänz. Eigens für die Publikation wurde eine umfangreiche Plakatkampagne konzipiert, die bereits mit einer Sonderaktion auf der Frankfurter Buchmesse begann und bis in den November in mehreren deutschen Städten umgesetzt wurde.

 

Diese Plakatreihe, sowie die hundert Texte und 41 Porträts des Fotografen Julian Röder bilden den Inhalt der Webseite. »Unser Ziel war es, eine dem Konzept des Projekts entsprechende Präsentationsweise zu entwickeln, die zwar auf dem Zufallsprinzip basiert und die Unmöglichkeit einer Zuordnung und die daraus entstehende Verwirrung verdeutlicht«, so der verantwortliche Matthias Last, »aber dennoch sollte es nicht willkürlich oder beliebig erscheinen. Ähnlich wie bei einem einarmigen Banditen werden die verschiedenen Elemente – die Texte, die Fotografien und die Kampagne – nebeneinander verlaufend in Bewegung gezeigt. In Interaktion mit dem Leser beziehungsweise dem Betrachter, aber auch unabhängig von ihm, ergeben sich immer wieder neue Kombinationen und Entdeckungsmöglichkeiten.«

 

 

Ein Blick ins Portfolio des Studio Last zeigt schnell, dass das Kreativstudio nicht nur hier, sondern grundsätzlich gerne spielerisch mit der Verschmelzung von Form und Funktionalität umgeht und in dieser Manier bereits spannende, ganzheitliche Digitalkonzepte umgesetzt hat. Für diverse Kunden entwickelt das Team entweder neue Konzepte, wird andererseits oft auch mit Neugestaltungen bereits bestehender Medien beauftragt, wie zuletzt vom Monopol Magazin.

 

Leichtfüßig gibt das Studio Last – mithilfe Code von Jimi Alexander Semino – dem Diophanes-Projekt ein versatiles Gesicht, indem die Texte von einhundert Autoren unterschiedlicher Herkunft und Sprachen unabhängig und zufällig angezeigt werden, – wodurch nicht zuletzt auch metaphorisch die Identität der Autoren verschleiert bleibt.

 

Zum Studio Last

Zum Fotografen Julian Röder

Zum Diaphanes Verlag