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- Illustration , Print & Production

David Hockney: Fenster zur Welt

»I started on the iPhone in 2009. There was great advantage in this medium because it’s backlit and I could draw in the dark.« Der Umstand, dass sein Smartphone über Beleuchtung verfügte, und ihm ermöglichte, auch im Dunkeln zu zeichnen, veranlasste David Hockney dazu, zahlreiche iPad- und iPhone-Zeichnungen anzufertigen.

 

Der Brite, der als Maler, Zeichner, Grafiker, Bühnenbildner und Fotograf tätig ist, gilt seit der Pop Art der 1960er Jahre als einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Seine Bilder über das Leben in Los Angeles sind bekannt und beliebt, vermitteln sie doch ein komplexes Stimmungsbild des Lebens an der amerikanischen Westküste, die ihn seit seiner Kindheit und einer Reise in den 1960er Jahren fasziniert hatte.

»I didn’t ever have to get out of bed.«

Seinen charakteristischen Malstil könnte man als lebhafte Pop-Art-Gemälde bezeichnen, die stets einen gewissen Hedonismus, die Liebe zu Kultur und urbanen Freizeitbeschäftigungen, aber auch freundlichem, hellen Wetter ausdrücken.

 

Über den Verlauf seiner Schaffensperiode wechselte er von Ölfarben zu Acryl, doch konnte sich auch stets für multimediale oder fotografische Techniken begeistern. Dass er nun auch das iPad oder Smartphone für seine Malereien einsetzt, verwundert kaum, scheint es doch eine logische Kosequenz seiner Experimentierfreude zu sein. Im Vorwort des im Taschen Verlag erschienenen Künstlerbuchs beschreibt er auch eine gewisse Bequemlichkeit, die ihn überkam, als er das iPhone für seine künstlerische Tätigkeit entdeckte:

 

»I didn’t ever have to get out of bed. Everything I needed was on the iPhone. From about April to August when the sun is in the north, if I didn’t pull the curtains or lower the venetian blind down, the sun would wake me up – at about 4h30 am on 21st June. I would never have thought to do a sunrise without the iPhone.«

 

 

 

 

 

 

Farbe, Licht und Linien

Wer sich nun also sinngemäß mit David Hockney ins Bett legt und mit ihm den Blick zum Fenster hinausschweifen lässt, bekommt in »My Window« von TASCHEN ein sehr stimmungsvolles Bild seines Alltags vermittelt.

 

Das iPhone als künstlerisches Medium begleitete ihn stets durch den Tag, der regelmäßig damit begann, dass er sich von der Sonne wecken ließ – in den Sommermonaten gewöhnte er sich an, mit offenen Vorhängen zu schlafen, um den ersten Eindruck des Tages mit schnellen Strichen auf sein Display zu zeichnen.

 

Ein Jahr nach den digitalen Erstversuchen auf dem iPhone nutzte Hockney ein iPad mit wesentlich größerem Bildschirm, das ihm ermöglichte, sein künstlerisches Repertoire zu erweitern. Die Bilder, die in dieser Zeit entstanden, zeigen ein noch komplexeres Zusammenspiel von Farbe, Licht und Linien.

Glühende Sonnenuntergänge, schneebedeckte Äste

Dieses großformatige Künstlerbuch beinhaltet 120 seiner iPhone- und iPad-Zeichnungen, die Hockney mit Blick durchs Fenster seines Hauses in Bridlington, East Yorkshire, auf die vorbeiziehenden Jahreszeiten kreierte. Mit Herausgeber Hans Werner Holzwarth, der als Buchdesigner zahlreiche Veröffentlichungen im Bereich der zeitgenössischen Kunst und Fotografie verantwortete, traf Hockney selbst eine farbenfrohe Auswahl: Hier ein rotglühender Sonnenaufgang, da ein herbstlicher Blätterfall, sogar schneebedeckte Äste wirken nicht fahl. In seiner Detailverliebtheit misst Hockney Tropfen auf Fensterscheiben die gleiche Bedeutung zu wie feinsten Spiegelungen auf Vasen und Gläsern, fernen Lichtquellen in der Nacht sowie den unzähligen Feinheiten der Pflanzen auf der Fensterbank.

 

 

Ein Künstlerbuch, das nicht nur Pop Art-Aficionados bezaubert – der genau beobachtende, einfühlsame Blick des Künstlers auf eine sich täglich verändernde Welt fällt, macht große Freude.

 

David Hockney: »My Window«

TASCHEN Verlag

Edition von 1.000 Exemplaren

€ 1.750

Preisänderungen vorbehalten.

Verfügbarkeit: Januar 2020