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- Interview

Jeder soll die Möglichkeit haben, sich zu entfalten

Was und wer verbirgt sich hinter ARTHELPS? Und seit wann gibt es Euch?

 

 

ARTHELPS wurde 2012 in Stuttgart gegründet und ist eine Initiative von Kreativen und Künstlern, die Menschen aus sozial benachteiligten Verhältnissen auf ganz besondere Art und Weise hilft: mit Kunst. Für uns ist Kunst der beste Weg, zu helfen. Sie schafft Brücken und erlaubt uns, in einer Sprache zu kommunizieren, die universell verstanden wird. Sie fördert das Verständnis, die Toleranz und Integration fremder Lebensweisen und Kulturkreise.

 

Wir setzen bewusst einen Gegentrend: Statt uns selbst als Künstler zu inszenieren, rücken wir im Abseits stehende Menschen in den Mittelpunkt. Bei ARTHELPS spendet jeder sein Talent. Jeder macht das, was er am besten kann. Wir sind Grenzgänger, Träumer, Tüftler und Gestalter. Uns eint das Gefühl, etwas verändern zu können – in unserem eigenen Leben, unserem Umfeld und Stück für Stück auch in der Gesellschaft. Wir bündeln unsere Stärken für ein besseres Miteinander. Grenzübergreifend und auf Augenhöhe.

 

Jeder von uns arbeitet erfolgreich in seinem Gebiet. Unsere kreativen Werkstätten sind renommierte Designbüros, Verlage oder Agenturen. In unseren Fachgebieten haben wir die höchsten Auszeichnungen (CANNES-, IF-, RED DOT-, ADC AWARDS, ...) erworben. Bei ARTHELPS geht es uns nicht darum Medaillen zu gewinnen. Wir wollen unser Talent für andere Menschen einsetzen - ehrenamtlich!

 

Euer Ansatz ist es zu helfen indem ihr eigene Projekte vor Ort durchführt? Kannst du das etwas näher beschreiben?

 

Wir arbeiten nach dem „Workshop-Prinzip“: In verschiedenen fantasievollen Projekten – egal ob im In- oder Ausland – geben wir den Menschen eine Bühne, auf der sie ihr künstlerisches Potenzial entdecken und ausleben können. Unsere Projekte fördern die Persönlichkeit und stärken das Miteinander. Denn die Arbeit in den Workshops funktioniert nur, wenn alle an einem Strang ziehen – tolerant, rücksichtsvoll und mit viel Energie. Der aktive Umgang mit der eigenen Kreativität eröffnet unbekannte Perspektiven und gibt nachhaltig Kraft.

 

Dabei kümmern wir uns durch unsere Projekte um den „inneren Menschen“. Mut, Selbstbewusstsein, Vertrauen, Hoffnung, Wahrnehmung eigener Talente und Fähigkeiten sind oft Dinge, die von außen nicht sichtbar sind – aber wesentliche Bestandteile des Menschen und für jeden von großer Bedeutung sind. Die ermutigenden Wahrnehmungen eigener Fähigkeiten und Kräfte sollen den Workshop-Beteiligten durch unsere Kreativ-Projekte sichtbar und bewusst werden. Die Ideen, Objekte, Designs und Werke, die in unseren Workshops entstehen, werden reproduziert und verkauft. Die Einnahmen fließen direkt in soziale Projekte. Damit gestalten die Workshop-Teilnehmer ihr Umfeld mithilfe ihrer eigenen Kreativität neu.

Euer letztes Projekt lautet UN/HIDE und hat euch in den Irak geführt. Kannst du das Projekt etwas genauer beschreiben?

 

In einem Camp nahe der irakischen Stadt Mossul leben Tausende von Menschen. Sie alle haben ihre Heimat verlassen, um sich vor Waffen und Hass zu schützen. In der riesigen Flüchtlingsunterkunft wächst die Sehnsucht nach Sicherheit, Geborgenheit und einem sorgefreien Alltag – besonders unter den Jüngsten.

 

Durch einen Kontakt vor Ort, wurde die Notlage der Kinder geschildert und genauere Informationen ausgetauscht. Im März 2016 hat dann ein Team von ARTHELPS die jungen Geflohenen erstmals in ihrer Heimat auf Zeit besucht und dort mit ihnen in mehreren Workshops gebastelt, gemalt, geträumt, gesungen, getanzt und gelacht. Die Kinder konnten sich frei entfalten und dabei das, was ihnen auf dem Herzen liegt, mit Farben und Formen nach außen tragen. Manche haben dabei zurück in die Heimat geschaut, andere ihre Idee einer besseren Zukunft aufgemalt. Aus diesen Zeichnungen und Formen entstand das Kernstück der Projektidee: das UN/HIDE Camouflage-Design. Ein buntes Muster auf den ersten Blick – und mit vielen Träumen und Wünschen auf den zweiten Blick. Jedes Symbol steht nämlich für einen individuellen Traum. Es spiegelt Stärke, Mut und Lebensfreude der Camp-Bewohner wieder. Ein starkes Zeichen nach innen und außen.

 

Aus diesen unterschiedlichen Designs sind verschiedene Produkte entstanden, die verkauft werden, um Gelder für das Projekt zu generieren. In Zusammenarbeit mit Designern, Fotografen sowie Geflüchteten entstanden zudem hochwertige Fotomotive, die das gesamte Projekt bewerben.

 

Ziel des Projektes ist es, Plätze innerhalb der Camps zu schaffen, an denen sich die Kinder und Jugendlichen frei und kreativ entfalten können. Orte, an denen sie die Ruhe haben, um das Geschehene zu verarbeiten und neue Kraft zu schöpfen. Spielwiesen, auf denen sie ihre Talente entdecken und ausleben können.

Was passiert im Anschluss, wenn Ihr wieder in Deutschland seid? Wie entwickelt sich das Projekt dann weiter? Wie interagiert Ihr in dem Beispiel von UN/HIDE mit den Personen im Irak?

 

Es kommt immer darauf an, wie der Stand des Projekts aussieht und welche Ziele mit dem jeweiligen Projekt verfolgt werden. Darum ist es schwer eine allgemeine Antwort zu formulieren, die erklärt, was nach der Rückkehr alles ansteht. Aber prinzipiell kann man sagen, dass wir kontinuierlich den Kontakt mit den Leuten vor Ort pflegen, da ohne deren Unterstützung die Projekte gar nicht realisierbar wären. Die Kontakte vor Ort nehmen eine sehr wichtige Schlüsselposition ein, weil wir ohne deren Unterstützung die Projekte gar nicht umsetzen könnten. Auch bei der ganzen Vorbereitung einer Reise sowie während dem Aufenthalt vor Ort sind wir auf sie angewiesen. Es ist uns zudem sehr wichtig, eng mit ihnen zusammen zu arbeiten und von Anfang an deren Visionen abzuholen, damit gemeinsam Ziele festgelegt und zusammen verfolgt werden können.

 

Im März 2017 waren wir beispielsweise nach genau einem Jahr wieder vor Ort im gleichen Camp. Die ganze Reise, weitere Kreativ-Workshops und auch der Aufenthalt vor Ort wurde mit Hilfe der Kontakte vor Ort organisiert und durchgeführt. Es wurden vor Ort unterschiedliche Umsetzungsmöglichkeiten unserer Projektziele besprochen, welche wir in Zusammenarbeit in den nächsten Monaten weiterverfolgen werden. Zudem sind vor Ort neue Designs entstanden, welche wiederum hier in Deutschland für die Herstellung passender Produkte vorbereitet und eingesetzt werden können, um weiterhin Gelder für das Projekt zu generieren. 

 

 

Wer unterstützt euch? Welche Unterstützung ist sinnvoll und wie können euch interessierte Kreative oder Unternehmen unterstützten?

 

Wir haben unterschiedliche Unterstützer: Die einzelnen ARTHELPER, welche mit ihrem Know-How und kostbare Zeit unsere Projekte vorantreiben. Firmen, die an unsere Arbeit glauben, viel Vertrauen schenken und uns mit einer Spende oder mit einer vergünstigten Produktherstellung unterstützen. Hochschulen oder auch Techniker, welche uns Räumlichkeiten oder auch Equipment kostenlos zur Verfügung stellen.

Grundsätzlich können aber alle Interessierte unterstützen – egal ob Firmen oder einzelne Personen: Ob durch eine Spende, welche auch für ein spezifisches Projekt eingesetzt werden kann, durch Know-How oder auch einfach der Kauf unserer Produkte in unserem Onlineshop trägt dazu bei, unsere Projekteziele zu realisieren. Egal wie – jede Art der Unterstützung ist für uns sehr wertvoll und willkommen.

 

 

Für UN/HIDE habt Ihr ein sehr spannendes Lookbook mit 1.000 individuellen Covern produziert. Welche Bedeutung hat für euch das Lookbook? Und wie ist es angekommen?

 

Die 1.000 Lookbooks stellen für uns einen wesentlichen Bestandteil in der ganzen Kommunikation des UN/HIDE Projekts dar. Abgesehen davon, dass darin das Projekt von A – Z beschrieben wird und viele ARTHELPER in der ganzen Umsetzung involviert waren – die Tatsache, dass die Serie aus 1.000 Lookbooks besteht und dass jedes einzelne einmalig ist, genau wie jeder Wunsch und Traum der jungen Künstler während unserem ersten Workshop in den irakischen Camps, verleiht den Lookbooks für uns definitiv eine besondere Bedeutung. Wir haben uns zudem auch sehr auf und über das Resultat gefreut.

 

Die Lookbooks und die Idee mit den 1.000 unterschiedlichen Covers kommt sehr gut an. Die Resonanz war auf jeden Fall bis jetzt bei unterschiedlichsten Zielgruppen sehr positiv. Danke nochmals ganz herzlich an METAPAPER und SCHÄTZL für die fantastische Realisierung dieses Projekts!

 

 

Ihr selber kommt ja alle aus dem kreativen Bereich. Was war für euch die besondere Herausforderung bei der Produktion des Lookbooks? Und was werdet Ihr als nächstes ausprobieren?

 

Die größte Herausforderung war ganz klar auch gleichzeitig die größte Besonderheit des Lookbooks: die Entwicklung von 1.000 individuellen Covern. Aber mit der wertvollen Unterstützung von Profis, welche ihr Know-How und Talent als ARTHELPER „spenden“, können auch solche auf den ersten Blick unmögliche Ideen realisiert werden. Was als nächstes ansteht, wissen wir selbst noch nicht genau. Wir sind selbst sehr gespannt darauf!

 

 

Was ist das nächste Projekt, bei dem Ihr euch engagieren werdet?

 

Momentan steht bei uns im Fokus, bereits durchgeführte Projekte nachhaltig weiterzuführen bzw. Folgeprojekte zu planen, damit eine langfristige Unterstützung ermöglicht wird. Es ist uns zudem sehr wichtig, die Beziehungen zu den Menschen vor Ort fortlaufend zu pflegen und deren Weiterentwicklung voranzutreiben.

 

Derzeit sind aber auch verschiedene Gespräche für neue Projekte im Gange. Spruchreif ist allerdings noch nichts. Darum lasst euch einfach überraschen, was noch alles folgen wird!

 

www.arthelps.de

https://www.arthelps.de

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