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- Graphic Design , Illustration , Print & Production

Museum auf Rädern

Das erste Museum, das es auf die Liste des Unesco-Weltkulturerbes geschafft hat, kann in Antwerpen besichtigt werden: Hier steht die historische Druckerei Plantin-Moretus, die während des 16. und 17. Jahrhunderts zu den größten Herausgebern und Buchhändlern der Welt zählte. Nach einigen Monaten der Renovierung öffnete das Museum Plantin-Moretus erneut seine Pforten – begleitet von den kreativen Ideen des Designkollektivs Kastaar, die ordentlich »Druck« machten …

 

Zwei der ältesten Druckpressen weltweit können im Museum Plantin-Moretus ebenso bestaunt werden wie über 20.000 Lettern sowie 30.000 antike Bücher – eine stolze Sammlung, die einen Besuch lohnenswert macht. Doch um Menschen ins Museum zu locken, bedarf es natürlich mehr und so dachten sich die Kreativen von Kastaar eine ungewöhnliche Aktion aus: »Wir konzipierten zwei mobile Drucker-Fahrräder – eines ausgestattet mit einer Abziehpresse, eines mit einer Tischdruckpresse – und fuhren damit durch die Straßen, in Parks, zu Märkten und anderen belebten Plätzen. So konnten die Leute ihre eigenen Karten drucken und neugierig auf das Museum werden. Besonders für Kinder war es meist das erste Mal, dass sie überhaupt mit Druck, Typografie und Grafikdesign in Berührung kamen«, erzählen An Eisendrath und Stoffel van den Bergh. 

 

Doch auch der Museumsshop konnte frischen Wind vertragen: Hierfür stiegen die Kreativen in die Tiefen des Druckereiarchivs und stießen auf original Holzschnitt-Illustrationen aus dem 16. Jahrhundert: »Tausende von wundervollen handgeschnittenen Druckblöcken, die damals für Bücher verwendet wurden, warteten da auf uns – botanische Zeichnungen, seltsame Tierabbildungen, Monogramme, religiöse Motive … es dauerte Tage, bis wir uns da durchgearbeitet hatten!«

 

Eine Auswahl hiervon verwandelten die Designer schließlich in einen modernen Look, durch geschickte Kombination und Ergänzungen. Auf ihrer eigenen Heidelberger auf hochwertigem Papier gedruckt, ist diese visuell-haptische Klammer von der Vergangenheit zur Gegenwart ebenso im Shop erhältlich wie typografische Postkarten, Glasuntersetzer-Sets, Notizbücher, Kalender sowie Saattäschchen (natürlich bedruckt mit den botanischen Fundstücken). 

 

Ein rundum geglückter Neustart für ein Museum der besonderen Art, aus dem man neben dem Ausflug in die Anfänge des Druckwesens auch noch einiges mit nach Hause nehmen kann.
   
www.kastaar.com
www.museumplantinmoretus.be

Dieser Beitrag erschien erstmals in der novum-Ausgabe 06.17. Nachbestellt werden kann diese Ausgabe hier: http://novum.graphics/magazin/shop-abo/