Ihr Warenkorb:

Keine Artikel im Warenkorb.

- Illustration , Books

Die Finger an den Füssen

Bullerbü gibt es nicht und auch nicht Rocky Beach, die meisten Geschichten in Kinderbüchern sind erstunken und erlogen, vermutet der Erzähler in »Die Finger an den Füssen«. Dann mach’s doch besser, sagt die Mutter und schon geht es los, hinein in eine illustrierte Kinderwelt, in der naive Schwärmereien Platz finden, nervende Eltern, geplatzte Träume und coole Typen.

Boris Bromberg entwickelte die Geschichte im Rahmen seiner Bachelorarbeit an der FH Münster und wollte damit ein Kinderbuch für Erwachsene schaffen, ein Buch über die Kindheit für Menschen im besten Alter, wie er erklärt. Interessant ist dabei vor allem, wie sich Inhalt und Form verschränken. Boris Bromberg besitzt zwei Alter Egos: Yeye Weller kommt knallig, bunt und Lowbrow daher, Lumen von Borsody bewegt sich in einer surrealistischen Welt feiner Bleistiftstriche. In loser Abfolge beschreiben diese Charaktere die Menschen aus ihrer Umgebung, gute Kumpels, tolle Mädchen, coole Kerls und die nervigen Erwachsenen. Die in Kinderhandschrift geschrieben Geschichten scheinen dabei einem andauernden Bewusstseinsstrom zu entstammen und die lose aneinander gereihten Episoden führen den Leser mal hierhin und mal dahin. 

 

 

Der Reiz von »Die Finger an den Füssen« liegt aber vor allen Dingen in den Illustrationen, die jede für sich genommen einen ganz eigenen Charme entwickeln. Die stilistische Vielfalt, mit der Boris Bromberg sein Buch ausgestattet hat, sorgt für kurzweilige Lektüre und der Spannungsbogen bleibt erhalten, da sich nach ein bis zwei Doppelseiten der Stil wieder ändert. 

»Die Finger an den Füssen« möchte zeigen, wie die Kindheit wirklich war, erzählt der Gestalter: »Voller Träume, Ängste, Langeweile und vor allem schlechter Gags. Das Buch verzichtet hierbei bewusst auf Moral, Happy-End-Geschichten und den berühmten Zeigefinger. Es geht um Alltäglichkeiten. Eine Hommage an die Blauäugigkeit, die Belanglosigkeiten und vor allem an den Humor«. 

 

Das Buch ist im Verlag Kettler erschienen und kostet 24,– Euro

www.verlag-kettler.de